Anke Charton und Elisabeth Treydte
Regime der Gewalt
Der Musikbetrieb zwischen Romantisierung und Machtwahrung
Die gesellschaftlich etablierte und medial verstärkte Vorstellung von Gewalt ist vor allem eine eindeutige und erkennbare: Sie ist bestimmt von plötzlicher Aggressivität, körperlichen Übergriffen, wutverzerrten Gesichtern oder lautem Gebrüll. Aber Gewalt in Form struktureller Machtverhältnisse und Grenzverschiebungen ist weniger offensichtlich; sie kommt oft mit vermeintlicher Freundlichkeit daher, wird verkannt oder verschwiegen – und selten als solche benannt.

