21. März 2018

News

Seit 2017 ist es möglich, am Berlin Career Col­lege der Uni­ver­sität der Kün­ste Berlin auch im Stu­di­en­gang „Sound Stud­ies and Son­ic Arts“ zu pro­movieren. Die Kon­ferenz Son­ic Research in Acad­e­mia and the Arts, die vom 31. Mai bis zum 1. Juni 2019 in den Räum­lichkeit­en der Uni­ver­sität der Kün­ste Berlin stat­tfind­et, soll diese Möglichkeit ein­er größeren Öffentlichkeit bewusst machen. Ein­ge­laden sind nicht nur Studierende und Alum­ni des Mas­ter­stu­di­en­gangs Sound Stud­ies and Son­ic Arts, son­dern alle, die sich für Son­ic Arts, Sound in New Media und Sound­scape Research inter­essieren. In Koop­er­a­tion mit dem Stu­di­en­gang „Sound in New Media“ der Aal­to Uni­ver­si­ty Helsin­ki und dem Depart­ment of Finnish Lan­guage and Cul­ture Research der Uni­ver­si­ty of East­ern Fin­land in Joen­suu wer­den auf dieser Kon­ferenz ins­ge­samt sieben Dok­toran­den dieser drei Uni­ver­sitäten ihre Forschung­spro­jek­te vorstellen. Die Präsen­ta­tion und Diskus­sion dieser Pro­jek­te kann den Besuch­ern der Kon­ferenz eine Vorstel­lung von der the­ma­tis­chen Bre­ite der Forschung in dieser noch immer rel­a­tiv jun­gen Diszi­plin ver­mit­teln.

 

 

Rechtzeit­ig zur Pro­gramm­bekan­nt­gabe für das 48. mœrs fes­ti­val an Pfin­g­sten 2019 erre­ichte die Ver­ant­wortlichen der Moers Kul­tur GmbH eine über­aus pos­i­tive Nachricht aus Düs­sel­dorf: Das Min­is­teri­um für Kul­tur und Wis­senschaft des Lan­des NRW fördert das Fes­ti­val 2019 mit 200.000 Euro. Mit der damit ver­bun­de­nen Erhöhung der Förder­summe um 50.000 Euro fol­gt damit das Land NRW dem Sig­nal des Bun­des von Ende 2018. Die Beauf­tragte für Kul­tur und Medi­en der Bun­desregierung hat­te die jährliche Förderung von 150.000 Euro auf 250.000 Euro bis ein­schließlich 2023 erhöht und für das Jubiläum­s­jahr 2021 weit­ere 150.000 Euro in Aus­sicht gestellt.

 

Den ersten Preis bei bonn hoeren – sono­topia 2019, dem europäis­chen stu­den­tis­chen Wet­tbe­werb für installa­tive Klangkun­st Bonn, gewin­nt Julio Lugon (Peru/D), Absol­vent der UdK Berlin, Sound Stud­ies. Mit dem Preis­geld in Höhe von 10.000 Euro wird er im Sep­tem­ber 2019 in Bonn eine neue Klan­gin­stal­la­tion real­isieren, die im Rah­men des Beethoven­festes Bonn präsen­tiert wird. Ins­ge­samt 62 Arbeit­en wur­den für sono­topia 2019 von der Jury bew­ertet. Neben dem Haupt­preis gin­gen zwei Ausze­ich­nun­gen an Chris­tiane Wien (D), HBK Saar, und Lorenz Pasch (D), KHB Berlin Weißensee. (Foto: Meike Böschemey­er)

Der Fördervere­in Archiv Frau und Musik und das Zen­trum Mil­itär­musik der Bun­deswehr hat­te einen Kom­po­si­tion­swet­tbe­werb „Emo­tion“ für Holzbläserquin­tett aus­geschrieben, um Kom­pon­istin­nen zu fördern und neue Werke von Kom­pon­istin­nen in das Konz­ertreper­toire der Musikko­rps und darüber hin­aus aufzunehmen. Jet­zt wur­den die Preisträgerin­nen ermit­telt: Den ersten Preis erhielt Valérie Knabe (geb. 1988) aus Lux­em­burg für ihr Werk „Vision Noc­turnes“.  Der zweite Preis ging an die franzö­sis­che Kom­pon­istin Aude Clesse (geb. 1980) für „Elégie & Humoresque“ und Kate­ri­na Pinosová-Ružick­ová aus Tschechien erhielt für „Mil­i­tary Post­cards“ den drit­ten Preis. Die Jury lobte zusät­zlich einen Son­der­preis aus, der an die britisch-deutsche Kom­pon­istin Vivi­enne Olive für „Les Oiseaux Fous“ geht.

An den Saar­ländis­chen Rund­funk geht in diesem Jahr die Hans-Lenz-Medaille, die der Bun­desmusikver­band Chor & Orch­ester ver­lei­ht. Er würdigt damit die Poli­tik des Senders, der Ama­teur­musik durch regelmäßige Pro­gramm­plätze in Hör­funk und Fernse­hen, fachkom­pe­tente Redak­tion­s­mit­glieder und eigene Ver­anstal­tun­gen im Hause einen hohen Stel­len­wert einzuräu­men. Mit der Ausze­ich­nung wird seit 2006 jedes Jahr eine Per­son oder Insti­tu­tion für beson­dere Ver­di­en­ste um die Ver­ankerung der Musik in der Gesellschaft, die Wertschätzung der Ama­teur­musik und die kul­turelle Jugend­bil­dung gewürdigt.

 

Das Sem­i­nar Schreiben über neue Musik am 17., 25. und 26. Mai 2019 in Berlin bietet eine Ein­führung in das fundierte (jour­nal­is­tis­che) Schreiben im Bere­ich der Neuen Musik. Mit Lisa Ben­jes, Ste­fan Drees, Andreas Engström, Irene Kletschke, Bas­t­ian Zim­mer­mann. Gegen­stand ist die Abfas­sung unter­schiedlich­er Textsorten (Mel­dun­gen, Nachricht­en, Berichte, Rezen­sio­nen, Kri­tiken, Inter­views …) über ver­schiedene Gegen­stände (Par­ti­turen, Auf­führun­gen, Pub­lika­tio­nen, Ausstel­lun­gen, Vorträge…) für diverse Medi­en (Blogs, Soziale Medi­en, Zeitun­gen, Zeitschriften, Radio…), die unter Anleitung mehrerer Dozent*innen prak­tisch erprobt wird. Anmel­dung bis spätestens 1. Mai 2018.

 

Am 26. März um 19.30 Uhr geht es los: Der Preis der deutschen Schallplat­tenkri­tik e.V. startet eine neue Ver­anstal­tungsrei­he in Berlin: das Terzett der Kri­tik­er. Auf dem Prüf­s­tand ste­ht Gus­tav Mahlers Sym­phonie Nr. 1, D-Dur. Drei Musikkri­tik­er aus dem Jurorenkreis des Preis­es wer­den die wichtig­sten, besten und umstrit­ten­sten Tonauf­nah­men dieser Sym­phonie vorstellen und ver­gle­ichen, in Auss­chnit­ten. Auf dem Podi­um: Eleonore Bün­ing (FAZ u. a.), Max Nyf­fel­er (NZZ, FAZ u. a.) und Wolf­gang Schreiber (Süd­deutsche Zeitung). Das „Terzett der Kri­tik­er“ soll kün­ftig vier Mal jährlich stat­tfind­en. Im Anschluss wird eine Live-Auf­führung des Werks stat­tfind­en: Mahlers Erste ste­ht in Berlin am 27. März in der Phil­har­monie auf dem Pro­gramm der Berlin­er Phil­har­moniker, unter Leitung von Daniel Hard­ing (Wieder­hol­ung am 28. und 29. März), außer­dem wird Vladimir Jurows­ki das Werk am 31. März mit dem Rund­funk-Sin­fonieorch­ester Berlin im Konz­erthaus auf­führen.

 

Michael Gie­len, ein­er der zen­tralen Diri­gen­ten der ver­gan­genen Jahrzehnte, ist am 8. März 2019 im Alter von 91 Jahren ver­stor­ben. Gie­len hat sich den Klas­sik­ern der sin­fonis­chen Lit­er­atur zuge­wandt, aber auch den auf­führung­sprak­tisch her­aus­fordern­den Werken der Neuen und Neuesten Musik. (Foto: Bernd Alois Zim­mer­mann (l.) und Michael Gie­len 1965 während ein­er Probe im Köl­ner Opern­haus 1965, © Otto Noeck­er)

1927 als Sohn des promi­nen­ten Opern- und Schaus­piel­regis­seurs Josef Gie­len in Dres­den geboren, kam Michael Gie­len 1936 nach Berlin. Auf Druck der Nation­al­sozial­is­ten ging die Fam­i­lie zwei Jahre darauf nach Wien, um 1940 nach Buenos Aires zu emi­gri­eren. Hier studierte Michael Gie­len Klavier und Musik­the­o­rie und begann zu kom­ponieren. Nach sein­er Rück­kehr nach Europa arbeit­ete er ab 1950 als Kor­repeti­tor an der Wiener Staat­sop­er, ab 1960 hat­te er dann Leitungspo­si­tio­nen an Opern­häusern sowie bei Orch­estern inne. Das Jahrzehnt zwis­chen 1977 und 1987, als er gemein­sam mit Ruth Berghaus leg­endäre Pro­duk­tio­nen an der Oper Frank­furt real­isierte, gehört zu den wichtig­sten sein­er Lauf­bahn, eben­so die Zeit als Chefdiri­gent des SWR-Sin­fonieorch­esters Baden-Baden zwis­chen 1986 und 1999. Seit 1999 dirigierte er regelmäßig die Staatskapelle Berlin. „Die Musik­welt ver­liert mit ihm einen engagierten Stre­it­er für diese, unsere Kun­st, einen wachen, reflek­tierten Geist, der um ihre Gefährdun­gen wusste und sich immer neu für sie einge­set­zt hat“, so die Staat­sop­er Unter den Lin­den.

 

Wie schafft man es, in einem unruhi­gen, mus­lim­isch geprägten Land immer wieder ein großes inter­na­tionales Jazz-Fes­ti­val auf die Beine zu stellen? Amr Salah, ägyp­tis­ch­er Jaz­zpi­anist und Kom­pon­ist, kämpft seit 2009 jedes Jahr darum, seinen Traum zu ver­wirk­lichen. Der Film ­Cairo Jazzman begleit­et ihn pri­vat und bei der Organ­i­sa­tion rund ums Fes­ti­val. Jazz ist zu seinem Lebensin­halt gewor­den, weil diese Musik in seinen Augen völk­erverbindend ist und der Jugend ein ­spezielles Sprachrohr gibt. Für Amr Salah ist Jazz ein vielfältiger ­Musik­stil, der damit auch für Lib­er­al­ität und Offen­heit ein­er Gesellschaft ste­ht, für die es sich zu kämpfen lohnt. Der poli­tis­che Musik­film bietet vielschichtige Ein­blicke in das alltägliche Leben der Megac­i­ty Kairo. Der Sound der Straßen ist unter­legt mit Jazzele­menten.

 

Als Ehren­preisträger 2019 des „Preis­es der deutschen Schallplat­tenkri­tik“ wur­den aus­geze­ich­net der franzö­sis­che Barock-Diri­gent Hervé Niquet, die Pro­duzentin und Labelchefin Eva Mair-Holmes (Foto) und der Musik­er Klaus Voor­mann: drei Per­sön­lichkeit­en der Musik­welt, die in ihrem jew­eili­gen Bere­ich neue Maßstäbe geset­zt haben und zumal für den Ton­träger als Kul­turgut ein­ste­hen. Eva Mair-Holmes, bekan­nt als die fan­tasiere­iche, mutige Ko-Pilotin des tra­di­tion­sre­ichen Label Trikont, lenkt die Geschicke des Ver­lags neuerd­ings allein. Im Team mit ihrem Lebens­ge­fährten Achum Bergmann hat­te sie Trikont, das heute als eines der ältesten Indie-Labels der Welt gilt, aus dem Kollek­tiv über­nom­men und weit­er­en­twick­elt, mit seinem weltof­fe­nen Pro­gramm wurde es zu einem „Leucht­turm der deutschen Musikkul­tur“. Weit­er heißt es in der Lau­da­tio: „Mit Überzeu­gung, Uner­schrock­en­heit und Erfahrung garantiert Eva Mair-Holmes den Erhalt eines ein­flussre­ichen Sor­ti­ments, zwis­chen bay­erisch­er Alm und karibis­chen Strän­den, his­torischem Gold­gräber­tum und zeit­gemäßer Inno­va­tion.“

 

Rebec­ca Saun­ders erhält „für ein Leben im Dien­ste der Musik“ den inter­na­tionalen Ernst von Siemens Musikpreis 2019, der mit 250 000 Euro dotiert ist. Das Kura­to­ri­um der Musik­s­tiftung zeich­net die 1967 in Lon­don geborene Kom­pon­istin «für ein kom­pos­i­torisches Werk aus, das durch seine pro­duk­tive Wider­sprüch­lichkeit, die Vielfalt klang­far­blich­er Nuan­cen und eine unver­wech­sel­bare Klang­sprache ‹sicht­bare› und bedeu­tende Spuren in der Musikgeschichte der Gegen­wart hin­ter­lässt». Ins­ge­samt vergibt die Stiftung 2019 rund 3,5 Mil­lio­nen Euro an Preis- und Fördergeldern. Gefördert wer­den 2019 weltweit rund 120 Pro­jek­te im zeit­genös­sis­chen Musik­bere­ich, wobei der größte Anteil der Förderung erneut auf Kom­po­si­tion­saufträge ent­fällt. Die Namen der Kom­pon­is­ten-Förder­preisträger wer­den Ende Feb­ru­ar veröf­fentlicht. – Heft 2/2019 der Neuen Zeitschrift für Musik wird sich schw­er­punk­t­mäßig der Kom­pon­istin wid­men.

 

„200 Jahre lang haben uns die Europäer ihre Opern geschickt. Nun schicke ich sie alle zurück“, so die ver­meintliche Kamp­fansage des amerikanis­chen Universalkünstlers John Cage, der 1986 mit dem ins­ge­samt fünfteiligen Werk EUROPERAS eine Auseinan­der­set­zung mit der großen europäis­chen Opern­tra­di­tion in Form ein­er Col­lage unter­nahm. Dabei her­aus­gekom­men ist ein gewaltiges aleatorisches Kunst­werk, das ganz neue – und sehr unter­hal­tende – Sicht­en auf die gute alte Oper ermöglicht. Das inter­na­tion­al gefeierte The­aterkollek­tiv Rim­i­ni Pro­tokoll unter­sucht nun mit den Mit­teln der heuti­gen Zeit das Werk und legt damit zugle­ich seine erste Arbeit für das Musik­the­ater vor. PLAY*EUROPERAS 1&2, Pre­miere am 2. Feb­ru­ar 2019 an der Oper Wup­per­tal, weit­ere Auf­führun­gen am 10. Feb­ru­ar, 1. März und 6. April 2019.

 

Als bester Doku­men­tarfilm 2019 wurde der Film KOMPONISTINNEN von Kyra Steck­eweh und Tim van Bev­eren beim 10th World Music and Inde­pen­dent Film Fes­ti­val in Wash­ing­ton aus­geze­ich­net. Vorgestellt wer­den in KOMPONISTINNEN vier mehr oder weniger verkan­nte Ton­schöpferin­nen: Fan­ny Hensel (1805–47), Emi­lie May­er (1812–83), Mél Bonis (1858–1937) und Lili Boulanger (1893–1918). Fan­ny Hensel etwa wurde von der Fam­i­lie abge­hal­ten zu kom­ponieren bzw. ihre Werke zu veröf­fentlichen. Lili Boulangers Werk wurde erst in den 1960er Jahren wieder bekan­nt – sie zählt heute zu den meis­taufge­führten Kom­pon­istin­nen. Emi­lie May­er dage­gen zählte einst zu den meis­taufge­führten Kom­pon­istin­nen Berlins, ist jedoch heute mehr oder weniger vergessen. Mél Bonis kon­nte nur durch die Unter­stützung ihres Geliebten zur Kom­pon­istin her­an­reifen und hin­ter­ließ rund 300 Werke, musste aber für ihre Pub­lika­tio­nen ein männlich­es Pseu­do­nym ver­wen­den, weil viele Ver­lage Musik von Frauen nicht ernst nah­men.

 

Die gemein­same Ver­anstal­tungsrei­he des Fachge­bi­ets Audiokom­mu­nika­tion der Tech­nis­chen Uni­ver­sität Berlin und des Mas­ter­stu­di­en­gangs „Sound Stud­ies and Son­ic Arts“ am Berlin Career Col­lege der Uni­ver­sität der Künste Berlin die Rei­he. Beiträge zu audi­tiv­er Kun­st und Kul­tur lädt am 28. Jan­u­ar 2019 zu einem Konz­ert und Talk mit Oliv­er Schneller (Foto: Amy Xuan Zhang) ein. Der deutsche Kom­pon­ist und Edgar-Varèse-Gast-Pro­fes­sor (TU Berlin) präsen­tiert „Imag­i­nary Spaces. Music for Instru­ments and Loud­speak­ers“. Das Ensem­ble Mosaik spielt zwei Arbeit­en für Instru­mente und Laut­sprech­er, unter anderem „Five Imag­i­nary Spaces“, ineinan­der übergeleitet von akus­ma­tis­chen Stücken. – Der Mas­ter­stu­di­en­gang „Sound Stud­ies an Son­ic Arts“ nimmt außer­dem im Jan­u­ar 2019 eine Langzeitzusam­me­nar­beit mit der Galerie Zwitscher­mas­chine auf: Jedes Jahr wird der neue stu­di­en­gang­seigene Pro­jek­traum mit dem Titel „SoundsAbout“ die Galerie für drei Monate übernehmen, um klangkünstlerische Werke und Ideen von Stu­den­ten und ihren Gästen zu präsen­tieren und zu disku­tieren.

 

Der Kom­pon­istin Vio­le­ta Dines­cu ist ein Kapi­tel – „Meta­mor­phose: Die Ver­to­nung des Gedichts ‚Kythera‘ “ – in einem neuen Buch über die Lyrik­erin Gisela Hemau gewid­met. Der Band Lebensspuren ein­er Lyrik­erin in unlyrisch­er Zeit ver­sucht nicht nur das bish­er vor­liegende Werk der 1938 gebore­nen Dich­terin ein­er bre­it­eren Öffentlichkeit vorzustellen und eine Ein­führung in die kom­plex­en Aus­drucks­for­men der mod­er­nen Lyrik zu geben, son­dern auch die Verbindung von Dich­tung, Malerei und Musik aufzuzeigen. Wie ver­schieden der Zugang zu den vielschichti­gen Gedicht­en der Autorin sein kann, zeigen unter anderem die abge­druck­ten Gedichtüber­set­zun­gen und die Par­ti­tur der Ver­to­nung des Gedichts „Kythera“ von Vio­le­ta Dines­cu: Die Par­ti­tur wurde voll­ständig in den Band aufgenom­men, um die Sub­til­itäten der Kom­po­si­tion zu verdeut­lichen

 

Der franzö­sis­che Kom­pon­ist Pas­cal Dusapin lädt in seinem Pro­jekt Lul­la­by Expe­ri­ence gemein­sam mit dem Ensem­ble Mod­ern Men­schen weltweit dazu ein, die Melo­di­en ihrer Kind­heit in seine Kom­po­si­tion ein­fließen zu lassen. Die Auf­führun­gen in Zusam­me­nar­beit mit dem IRCAM Paris und dem Regis­seur Claus Guth sind am 2. und 3. Feb­ru­ar 2019 bei den Frank­furter Posi­tio­nen und am 2. Juni 2019 bei Man­i­Feste in Paris zu erleben. Lul­la­by Expe­ri­ence ist ein par­tizipa­tives Pro­jekt, das allen – Kindern und Erwach­se­nen – auf der ganzen Welt offen­ste­ht. Jed­er von uns hat tief im Inner­sten ein Lied, das seine Kind­heit definiert. Oft ist dieses Lied von der Zeit in der Erin­nerung verän­dert. Die gesam­melten Auf­nah­men wer­den von Pas­cal Dusapin für die musikalis­che Kreation „Lul­la­by“ genutzt.

 

Eine Aura der Mys­tik umgibt den frankokanadis­chen Kom­pon­is­ten Claude Vivi­er. Tode­strieb, aber auch pure Lebenslust waren die bei­den Kon­stan­ten, die sich durch Viviers Leben und Schaf­fen zogen. Auch sein einziges Musik­the­ater­w­erk ist davon geze­ich­net: Kopernikus. Opéra-Rit­uel de Mort (1978/79) schildert den Über­gang vom Leben zum Tod. Dabei trifft ein Kind in einem Zwis­chen­re­ich auf Wesen, die alle Teil eines Rit­us zur Vor­bere­itung auf den Tod bzw. auf die Exis­tenz danach sind. Der Stock­hausen-Schüler Vivi­er set­zt das Rit­u­al an der Gren­ze der Exis­tenz in eine schillernde Musik für je sieben Sänger und Instru­men­tal­is­ten, in die fer­nöstliche Klänge eben­so hinein­spie­len wie Messiaen’sche Ekstasen und Anklänge an die früh­barocke Madri­ga­lop­er. Pre­miere am 18. Jan­u­ar 2019 in der Staat­sop­er Unter den Lin­den, Berlin, weit­ere Auf­führun­gen am 20., 23., 25., 28. und 30. Jan­u­ar sowie am 2. Feb­ru­ar 2019.

 

Aus der Überzeu­gung her­aus, dass die Men­schen die Musik ver­ste­hen und die Ideen der Kom­pon­is­ten nachvol­lziehen sollen, entwick­elte Gerd Albrecht seine ana­lytis­chen Gespräch­skonz­erte. In Zusam­me­nar­beit mit dem SFB und dem Deutschen Sym­phonieorch­ester ent­stand die Fernseh-Rei­he „Wege zur Neuen Musik“, die in den Jahren 2010 bis 2012 mit dem Rund­funk-Sin­fonieorch­ester Berlin neu aufge­set­zt wurde. Zeit­genös­sis­che Kom­pon­is­ten kamen zu Wort, erzählten von ihrem Schaf­fen, der Art ihres Arbeit­ens und ihrem musikalis­chen Anliegen. Sechs dieser Gespräch­skonz­erte – mit Krzysztof Pen­derec­ki, Hans Wern­er Hen­ze, Györ­gy Ligeti, Mauri­cio Kagel, Isang Yun und Jörg Wid­mann – sind in der DVD-Edi­tion Open Your Ears vere­int. Zu den 6 DVDs gibt es ein aus­führlich­es Begleit­buch (Arthaus Music).

 

Der Pianist und Kom­pon­ist Mar­tin Tchi­ba (Foto: Son­ja Schwol­gin) wurde mit dem Förder­preis für Musik der Lan­deshaupt­stadt Düs­sel­dorf aus­geze­ich­net. Der Preis ist mit 4000 Euro dotiert und wurde am 4. Dezem­ber 2018 durch den Düs­sel­dor­fer Ober­bürg­er­meis­ter Thomas Geisel ver­liehen. Der 1982 in Budapest geborene Tchi­ba hat als Pianist einen Reper­toire-Schw­er­punkt auf der Neuen Musik. Er nahm bis­lang sechs CDs auf und spielte unter anderen Urauf­führun­gen von Györ­gy Kurtág, Johannes Krei­dler, Sarah Nemtsov und Ger­hard Stäbler. In den ver­gan­genen Jahren machte er auch mit den medi­al viel beachteten Social-Media-Konz­ert-Pro­jek­ten „WIRe­less“ und „Net­zwellen“ auf sich aufmerk­sam. Seit 2013 schreibt er außer­dem regelmäßig als Autor für die „Neue Zeitschrift für Musik“, unter anderem eine weit­er­hin fort­ge­set­zte Rei­he von Kom­pon­istin­nen-Porträts.

 

Die Gesellschaft für bedro­hte Völk­er (GfbV) bringt jährlich einen Bild­kalen­der her­aus. Welche zen­trale Bedeu­tung der Tanz für das kul­turelle Selb­stver­ständ­nis haben kann, will der Kalen­der 2019 Beschwingt: Musik und Tanz in aller Welt verdeut­lichen. Die zwölf Kalen­derblät­ter zeigen u. a. Tänz­erinnnen und Tänz­er der Turkana in Kenia, der Tuareg in Nordafri­ka (Bild), der Anishin­abe in Kana­da oder der Itelme­nen in Sibirien. Auf den Rück­seit­en der Monats­blät­ter ist jew­eils mehr über die Lage der Volks­grup­pen zu erfahren. Mit dem Kauf des Kalen­ders unter­stützt man die Men­schen­recht­sar­beit der GfbV.

 

«Atem­ber­aubend sou­verän», «tech­nis­che Per­fek­tion», «fes­sel­nde Per­for­mance» – die Kri­tik­er über­schla­gen sich, wenn es um die Perkus­sion­istin Leonie Klein geht. Dem­nächst gibt es den ersten Ton­träger von dem über­ra­gen­den Musik­tal­ent. Dabei bleibt die Musik­erin auf dem heimatlichen Boden und hebt nur ab, wenn es gilt, am Schlagzeug ein Feuer­w­erk zu ent­fachen. Das SWR-Fernse­hen hat die junge Musik­erin für die Rei­he Bekan­nt im Land bei Musikauf­nah­men, in ihrer Hochschule und Zuhause besucht.

 

Rein­hard Kager (Foto: Andreas Fis­ch­er) übern­immt ab Okto­ber 2018 die kün­st­lerische Leitung der Klangspuren Schwaz. Der Musikjour­nal­ist, Pub­lizist und Kura­tor löst damit Matthias Oster­wold ab, der seit 2013 die kün­st­lerische Ver­ant­wor­tung für das 1994 gegrün­dete Fes­ti­val innehat­te. Kager, der von 2002 bis 2012 die Jaz­zredak­tion des SWR in Baden-Baden und die Impro­vi­sa­tion­ss­chiene der Do­nau­eschinger Musik­tage geleit­et hat, will ab 2019 mit exper­i­menteller Impro­vi­sa­tion­s­musik im Haupt­abend­pro­gramm der Klangspuren an die große Tra­di­tion der Impro­vi­sa­tion in Schwaz anknüpfen, die einst durch den Jaz­zclub „Eremitage“ begrün­det wurde.

 

Die Fes­ti­val­macherIn­nen des Musik­fes­ti­vals Bern 2018 (5. bis 9. Sep­tem­ber) kon­nten eine erfreuliche Bilanz ziehen: Mit einem dicht­en Pro­gramm alter, neuer und exper­i­menteller Musik unter dem Mot­to «unzeit­ig» wurde ein bre­ites Pub­likum erre­icht. Die Zahl der Ein­tritte kon­nte im Ver­gle­ich zum Vor­jahr um 25 Prozent gesteigert wer­den; es wurde eine Aus­las­tung von 80 Prozent bei fast fün­fzig Ver­anstal­tun­gen erre­icht. Im Zen­trum des Fes­ti­vals stand als «unzeit­iger» Com­pos­er in Res­i­dence Bernd Alois Zim­mer­mann; zeitgenössische Kom­pon­istIn­nen reagierten mit eige­nen Arbeit­en auf seine Werke. Weit­er­hin trafen Impro­vi­sa­tio­nen auf Kom­po­si­tio­nen, Alphörner auf E-Gitar­ren und Sprache auf Musik. Konz­erte in ein­er Alt­stadt­woh­nung, auf einem Fussgängerstreifen und im His­torischen Muse­um erkun­de­ten ungewöhnliche Aufführungsorte (Foto: Annette Boutel­li­er).