Julia H. Schröder

Vom Terrororchester zu Arsenic Ballerinas

Klangkünstlerische Untersuchungen zu Gewalt

erschienen in: Neue Zeitschrift für Musik 2/2026 , Seite 48

Günther Uecker ist für seine Nagelbilder bekannt, denen Spuren des Hämmerns eingeschrieben sind, die aber nicht mehr klingen. In seinem Terrororchester beginnen hingegen auf Knopfdruck verschiedene Assemblagen zu lärmen und sich als kinetische Objekte zu bewegen, was wiederum Krach hervorbringt. Die «Krachmaschinen» sind nahe an Luigi Russolos Intonarumori und Jean Tinguelys kinetischen Maschinenskulpturen. Doch Uecker nannte ihr Zusammenwirken 1968 Terrororchester. Vielleicht war dies eine Provokation der bürgerlichen Gesellschaft, wie sie in der Studentenbewegung wohl ihren Höhepunkt erreichte. Ist Lärm oder Krach schon Terror – oder geht es Uecker um andere Formen von Gewalt?

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