Björn Gottstein
Die Kunst der Geräusche
Pierre Schaeffers "Étude aux chemins de fer" (1948)
2 Minuten und 53 Sekunden Fernweh. Selbst heute noch evozieren das Stampfen der Dampfmaschinen, das Rattern der Räder, das Heulen der Pfeifen Bilder des Reisens. Und das, obschon es diese Klänge im Zeitalter der Oberleitung gar nicht mehr gibt. Wenn wir Pierre Schaeffers berühmte Eisenbahn-Etüde aus dem Jahre 1948 heute hören, ist es in seiner als nostalgisch wahrgenommenen Akustik vor allem ein Stück Zeitgeschichte. Dabei hatte Schaeffer sicher anderes im Sinn, als der Reiselust ein musikalisches Gewand zu verpassen.

