Frey, Jürg / Antoine Beuger

Duos

Verlag/Label: Edition Wandelweiser Records EWR 0906
erschienen in: Neue Zeitschrift für Musik 2010/04 , Seite 91

Musikalis­che Wer­tung: 4
Tech­nis­che Wer­tung: 5
Reper­toirew­ert: 4
Book­let: 2
Gesamtwer­tung: 4

Eine nicht ger­ade alltägliche Beset­zung, die Stephen Altoft (Trompete) und Lee For­rest Fer­gu­son (Perkus­sion) bei den Darm­städter Ferienkursen 1998 ins Leben gerufen haben. Inzwis­chen blickt das illus­tre Duo auf eine mehr als zehn Jahre währende Konz­ert­tätigkeit mit vie­len Urauf­führun­gen und spartenüber­greifend­en Pro­jek­ten zurück. Das CD-Debüt bei Wan­del­weis­er doku­men­tiert mit aus­nehmend min­i­mal­is­tis­ch­er Geste den klang­far­blichen Charme der Beset­zung und die bezwin­gende Gelassen­heit und Sen­si­tiv­ität, die sich Altoft und Fer­gu­son inzwis­chen erspielt haben.
Die 22 Sächelchen (1989/2006) des Schweiz­er Kom­pon­is­ten Jürg Frey eröff­nen in dieser Hin­sicht frucht­bare Aktions­felder, auch wenn die apho­ris­tis­chen Minia­turen gele­gentlich nicht mehr als fünf (Fast Nichts 1) oder zehn Sekun­den (Fast Nichts 2) brauchen, um alles gesagt zu haben. Freys skizzen­hafte Klang-Poe­sie kommt als sug­ges­tives Sound-Bilder­buch ohne konkrete Sujets daher, deren melodis­che Einge­bun­gen von cool-jazz­iger Melan­cholie oder düsterem Trom­mel­ge­brodel umwölkt sind. 
Ganz anders die dedekind duos (2003) von Antoine Beuger. Der kreative Kopf von Wan­del­weis­er erweist hier dem Math­e­matik­er Richard Dedekind mit einem sphärischen Klangkon­tin­u­um die Ehre, das ger­adezu ereignishaft von lan­gen Ein­brüchen der Stille heimge­sucht wird. Weniger geht nicht 

Dirk Wieschollek