Jörn Peter Hiekel

Fremdheit und Vertrautheit

Strategien der Wiederverwendung im Komponieren von Adriana Hölszky

erschienen in: Neue Zeitschrift für Musik 2017/05 , Seite 26
Dass Kom­ponieren oft ein Wech­sel­spiel aus sorgsamer Vor­pla­nung und viel­er­lei intu­itiv­en Momenten darstellt, beze­ich­net wohl eine Bin­sen­weisheit. Inter­es­sant ist es allerd­ings, jene immer wieder unter­schiedlichen Wege zu ergrün­den, auf denen Kom­pon­istin­nen und Kom­pon­is­ten dieses Wech­sel­spiel fundieren und aus­gestal­ten. Adri­ana Höl­szky gehört zu jenen Per­sön­lichkeit­en der Gegen­wartsmusik, bei denen genau an diesem Punkt – der nicht zulet­zt mit Strate­gien zur Über­win­dung der Kon­di­tion­iertheit von kün­st­lerisch­er Fan­tasie zu tun haben kann – der Rück­griff auf bere­its Vorhan­denes zum Zuge kommt. Und dieses Vorhan­dene bildet dabei einen Kristalli­sa­tion­spunkt, der in eigen­tüm­lich­er Gle­ichzeit­igkeit eine Art Sog­wirkung und zugle­ich Abstoß­bewegungen verur­sacht.