Hölszky, Adriana / Wolfgang Ludewig

Licht und Schatten

Werke für Klavier und Violine

Verlag/Label: Neu Klang, NCD 4043
erschienen in: Neue Zeitschrift für Musik 2010/03 , Seite 78

Musikalis­che Wer­tung: 5
Tech­nis­che Wer­tung: 4
Reper­toirew­ert: 4
Book­let: 5
Gesamtwer­tung: 4


Die Kom­pon­istin Adri­ana Höl­szky und die mal­ende Geigerin Moni­ka Höl­szky entstam­men ein­er rumänisch-deutschen Kün­stler­fam­i­lie. 1976 über­siedel­ten sie nach Stuttgart, wo Adri­ana Schü­lerin von Milko Kele­men wurde. Derzeit lehrt sie am Salzburg­er Mozar­teum. Ihre Schwest­er, die als Geigerin des Lipat­ti-Klavier­trios bekan­nt wurde, ist Mit­glied des Radio-Sin­fonieorch­esters Stuttgart. Deren getreue Klavier­part­ner­in ist die in Wien lebende Englän­derin Car­ol Morgan. 
1993 wid­mete Adri­ana ihrer geigen­den Schwest­er ein höchst orig­inelles Solostück, das mit edlem Bogen­strich nicht zu meis­tern ist: Klang­waben. Werkaus­lösend war eine Studie über Bienensignale: Die Laute junger König­in­nen – der noch in ihren Zellen eingeschlosse­nen und der schon geschlüpften –, ver­wan­delt in eine säusel­nde, sir­rende, qui­etschende, gepresste und gesch­abte Insek­ten­musik – wie in Met­all ger­itzt, doch umschlun­gen vom Sil­ber­faden der Fan­tasie (mit Schu­mann zu sprechen). Den 15 «Waben» (Sig­nal­grup­pen) des Bienen­stücks entsprechen die zwölf «Flug­phasen» der Snow­birds für Vio­line und Klavier (2006), deren Kapri­olen Moni­ka Höl­szky und Car­ol Mor­gan bild­haft beschreiben. Schön­bergs Klavier­stück­en op. 19 artver­wandt sind die fünf feingewirk­ten Espres­sioni für Klavier neb­st vier luzi­den Essays für Vio­line und Klavier des Fort­ner-Schülers Wolf­gang Ludewig.

Lutz Lesle