Anke Charton und Elisabeth Treydte

Regime der Gewalt

Der Musikbetrieb zwischen Romantisierung und Machtwahrung

erschienen in: Neue Zeitschrift für Musik 2/2026 , Seite 22

Die gesellschaftlich etablierte und medial verstärkte Vorstellung von Gewalt ist vor allem eine eindeutige und erkennbare: Sie ist bestimmt von plötzlicher Aggressivität, körperlichen Übergriffen, wutverzerrten Gesichtern oder lautem Gebrüll. Aber Gewalt in Form struktureller Machtverhältnisse und Grenzverschiebungen ist weniger offensichtlich; sie kommt oft mit vermeintlicher Freundlichkeit daher, wird verkannt oder verschwiegen – und selten als solche benannt.

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