Rolf Riehm gestorben
Der Komponist Rolf Riehm ist am 3. Januar im Alter von 88 Jahren gestorben. 1937 in Saarbrücken geboren, studierte Rolf Riehm zunächst Schulmusik mit Hauptfach Oboe in Frankfurt am Main und von 1961–63 Komposition bei Wolfgang Fortner in Freiburg. Der Komponist verbrachte den größten Teil seines Lebens in Frankfurt am Main. Von 1974 bis 2000 war er Professor für Komposition und Tonsatz an der Musikhochschule Frankfurt. Riehm ist Mitbegründer der Frankfurter Vereinigung für Musik, die von 1964–70 bestand. Von 1976 bis 1981 war er Mitglied des legendären “Sogenannten Linksradikalen Blasorchesters” Frankfurt. Konzertreisen, Vorträge und Workshops führten ihn nach Schweden, Mittel- bzw. Südamerika und Japan, 1970–71 war er Stipendiat der Villa Massimo in Rom, 1992 wurde ihm der Kunstpreis des Saarlandes verliehen, 2002 der Paul-Hindemith-Preis der Stadt Hanau. Seit 2010 war er Mitglied der Akademie der Künste, Berlin.
“Rolf Riehm ist, zumal er sich als politischer Mensch versteht, ein eigenwilliger Künstler. Niemand vor ihm hat einen so komplexen Kosmos aus philosophischen Reflexionen, historischen Fakten, Mythen, Märchen, Erinnerungen, naturwissenschaftlichen Argumenten, Erhabenem und Trivialem, aktuellen gesellschaftspolitischen Befunden, ganz persönlichen Zutaten und Zuwendungen musikalisch versinnlicht. Ohne sich in ältere oder jüngere Kompositionstraditionen zu begeben, hat er die ganze Palette an Ausdrucksmöglichkeiten genutzt und, wenn nötig, radikaler ausgeformt, als das im Rahmen der verfeinerten Klangkultur schicklich war.” (Bernd Leukert) Noch im November 2023 hatte der Komponist im Fokus des Festivals weit! neue musik weingarten gestanden. Das Riehm-Archiv der Akademie der Künste Berlin verwahrt sämtliche Arbeitstagebücher, Vorarbeiten, Skizzen und Partiturreinschriften seiner Werke.
Bei Schott Music erschienene Bücher zu Rolf Riehm:
- Rolf Riehm | Texte, hg. von Marion Saxer (2014)
- Hans-Klaus Jungheinrich (Hg.): In anderen Räumen. Der Komponist Rolf Riehm (2015)


