Lang, Thierry feat Linx, David

Colors of Time

Verlag/Label: Musiques Suisses MGB CD 6276
erschienen in: Neue Zeitschrift für Musik 2013/04 , Seite 87

Musikalis­che Wer­tung: 1
Tech­nis­che Wer­tung: 4
Book­let: 2

Gle­ich vor­weg: Wer gute Kun­st anhand von Radikalität definiert, der ist mit Thier­ry Langs Col­ors of Time schlecht bedi­ent. Wed­er von ein­er Infragestel­lung des Vorhan­de­nen ist etwas zu vernehmen noch von einem poten­ziell ver­stören­den Rät­sel­haften. Stets bleibt es bei eingeschlif­f­e­nen Wen­dun­gen, die sich vor allem dem Jazz leicht­gewichtiger Prä­gung ver­danken. Jazz und Klas­sik wollte der 1956 geborene Lang in seinen elf Stückchen verbinden und ist nach «reifen Über­legun­gen […] zum Schluss gekom­men, dass der rote Faden, welch­er diese zwei Wel­ten verbindet, die Melodie ist».
Nun ja. Tat­säch­lich gibt es Melo­di­en zuhauf und das soll ja ruhig so sein. Mit welch­er Selb­stver­ständlichkeit jedoch gängig­ste Har­monik mit kitschiger Instru­men­ta­tion und selb­stver­liebten Phrasen­bil­dun­gen kom­biniert wird, ist schon frag­würdig. Um vier Teile han­delt es sich bei Col­ors of Time, jew­eils aus drei Stück­en beste­hend. Zugrunde liegen den Stückchen «die prä­gend­sten Leben­sphasen» von der – so Lang – «Unbeküm­mertheit mein­er Jugend» bis zu den zurück­blick­enden «Erin­nerun­gen» des Alters. Der süf­fig biografis­che Ansatz passt zum sen­ti­men­tal­en Aus­druck. Die Entwick­lung aber, die Langs Leben offen­bar prägt: Sie fehlt der Musik gänzlich.

Torsten Möller