Pärt, Arvo

Piano Music

Zwei Sonaten für Klavier op. 1 | Variationen zur Gesundung von Arinuschka | Für Alina | Für Anna Maria | Lamentate: Hommage to Anish Kapoor and his sculpture «Marsyas» für Klavier und Orchester

Verlag/Label: Naxos 8.572525
erschienen in: Neue Zeitschrift für Musik 2012/01 , Seite 81

Musikalis­che Wer­tung: 5
Tech­nis­che Wer­tung: 5
Book­let: 3

Bes­timmt repräsen­tieren die aus­gewählten Werke ver­schiedene Schaf­fen­sphasen und Zielset­zun­gen im Werk von Pärt, darunter die neok­las­sis­che Rich­tung in den früheren «Zwei Sonati­nen», über trans­par­ente musikalis­che Wid­mungen, bis hin zum mon­u­men­tal­en beein­druck­enden Konzept der Hom­mage von 2002. Trotz­dem han­delt es sich nicht so sehr um eine Ret­ro­spek­tive, son­dern vielmehr um eine Pro­jek­tion, welche eine beson­dere Per­spek­tive ver­schafft: Ger­ade Pärts «Lamen­tate: Hom­mage to Anish Kapoor and his sculp­ture ‹Marsyas›» für Klavier und Orch­ester bildet den Mit­telpunkt eines Klangge­bäudes, das alle anderen Stil­vek­toren an sich zieht. Der bekan­nte Wan­del im Schaf­fen des Kom­pon­is­ten erscheint in diesem Sinne nicht mehr als stilis­tis­ch­er Bruch, son­dern als notwendi­ger Bestandteil eines Schaf­fens mit tiefer inner­er Integrität und einzi­gar­tiger Logik. Und wenn die Skulp­tur von Anish Kapoor dem Wun­sch des Autors entspricht, «den Kör­p­er zum Him­mel zu machen», und sowohl Kör­per­lichkeit als auch Räum­lichkeit neu konzip­iert, ver­mit­telt Pärts Hom­mage ein Gefühl der kul­turellen Vieldeutigkeit und Tiefe. Die Inter­pre­ten Ralph van Raat und die Nieder­ländis­che Rund­funk-Kam­mer­phil­har­monie, geleit­et von JoAnn Fal­l­et­ta, ver­wirk­lichen diese kom­plizierte Auf­gabe mit großer Kom­pe­tenz und Überzeu­gungskraft.

Mari­na Lobano­va