Musik zwischen „U“ und „E“? Gedanken zur GEMA-Reform
Ein Dialogforum, initiiert von Enjott Schneider
Seit über hundert Jahren ist die GEMA mit der Abwägung zwischen den quantitativen und qualitativen Aspekten der Musiknutzung konfrontiert. Sie reflektierte die Inkompatibilität von Kunst ohne strategische Ausrichtung am kommerziellen Erfolg, von Nische und Ghetto versus den Großveranstaltungen, dem Massenspektakel mit ihrer dominanten Ausrichtung an Kommerz und Profit. Um hier ein Korrektiv zu haben, haben die Gründungsväter der GEMA einst die Differenzierung von „E“ und „U“ eingeführt.
Heute greift der Schematismus „U“ – „E“ in seiner schwarzweißen Grobmaschigkeit gerade auf der internationalen Ebene gar nicht mehr. Das vorliegende Dialogforum will der Heilung eines Auseinanderdriftens von „E“ und „U“ in einer neuen Systematik diene, – im Geiste der Fairness, der Dialogbereitschaft und des gegenseitigen Verstehens.
Die Beiträge:
Enjott Schneider: Editorial
Jürgen Brandhorst: GEMA-Kulturförderung heute. Und morgen?
Udo Dahmen: Jenseits von „U“ und „E“. Ein Kommentar zur GEMA-Reform
Moritz Eggert: Eine mutigere Reform denken
Ulrike Haage: Plädoyer für eine Reform der GEMA – aus der Sicht einer Komponistin zwischen den Welten
Dorothea Hofmann: Kunst jenseits von „U“ und „E“? Musik zur Unterhaltung, Volkslied, Schule, Unterricht und Laienbereich
Matthias Keller: Zeitgenössische Orgel- und Sakralmusik. Gedanken & Perspektiven aus der Erfahrungssicht eines ehemaligen BR-Klassik-Redakteursr
Caroline Helms/ Andreas Meurer: Vorbereitungsphase und Anregungen für eine solidarische und pragmatische Umsetzung der GEMA-Reform. Zur Relevanz der Mitgliederbeteiligung
Karl Riesenhuber: Kulturelle Förderung – Eigeninitiative und Selbstverantwortung der Urheber und Verleger – eine rechtliche Perspektive
Ulrich Reuter: Filmmusik und Qualitäten von Kunst
Monika Roscher: Aspekte der Jazzkomposition – zeitgenössischer Jazz in der Schnittmenge mit zeitgenössischer Kunstmusik
Christoph Schäfer: Zeitgenössische Chormusik im Treibhaus – Keimzelle einer neuen Chorszene. Von rauschenden Atem geräuschen bis zu YouTube-Hits: Der Chor wird zum Klanglabor der Gegenwart
Alexander Strauch: Ein Blick auf die Leitlinien der GEMA – zum Reformprozess aus Sicht von Komponierenden der E-Musik
Enjott Schneider: Musik als Sprache des Seins. Zur Spiritualität von Kunst als Weg zu Freiheit, Ursprung, Stille und Herz


